SPIEGEL GESCHICHTE 9/11 - Verschwörung in Hamburg: Die Geheimnisse der Terrorzelle

DONNERSTAG, 09. September 2021,  20.15 – 21.00 Uhr, ZDFinfo

Hätten die Terroranschläge vom 11. September verhindert werden können? 20 Jahre nach den verheerenden Angriffen auf die USA liegen für ein Versagen der Sicherheitsbehörden klare Belege vor.

In Hamburg radikalisieren sich Ende der Neunziger Jahre junge muslimische Männer - unter den Augen diverser Dienste. Es gelingt den künftigen Terroristen trotzdem, ungehindert einen der größten Anschläge der Geschichte zu planen und auszuführen. Warum erkennt niemand die tödliche Gefahr?

In dieser TV-Dokumentation analysieren die beiden Autorinnen Nathalie Boegel und Kathrin Seelmann Eggebert Stück für Stück, wie sich die Terrorzelle in Hamburg ab Ende der Neunziger Jahre bilden kann, wie der lange Arm der Terrororganisation al-Qaida bis in die Technische Universität nach Hamburg Harburg hineinreicht und wie sich gut situierte arabische Studenten zu tödlichen Terrorwerkzeugen entwickeln. Dabei stehen in der Hansestadt vor allem radikal-islamistische Rekrutierer von al-Qaida bereits seit 1997 im Fokus gleich mehrerer Geheimdienste. Fast jedes Mitglied der Hamburger Terrorzelle ist den unterschiedlichen Sicherheitsbehörden bereits vor dem 11. September 2001 bekannt. Eine undurchsichtige Rolle spielen dabei Verbindungen des mutmaßlichen syrischen Geheimdienstes, der in einer Tarnfirma nahe Hamburg residieren soll, zu mindestens sechs Mitgliedern bzw. Unterstützern der Terrorzelle.

Doch die Behörden und Dienste behalten ihre gewonnenen Erkenntnisse für sich und kommunizieren dazu schlicht nicht miteinander. Und so können die Ermittlungsergebnisse weder miteinander geteilt noch verbunden werden, niemand greift ein. Keiner der profiliertesten Dienste der Welt erkennt den sich anbahnenden riesigen Gewaltakt. Niemand hält die Terroristen auf.

Nach monatelangen Recherchen können die beiden Autorinnen hochkarätige Insider als Interviewpartner für den Film gewinnen: Den damaligen stellvertretenden Leiter des Hamburger Verfassungsschutzes, Dr. Manfred Murck, ebenso wie den damaligen Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes BND, Dr. August Hanning.

Einzigartige Einblicke in die Ermittlungen zur Terrorzelle liefern der Chef der damaligen Sonderkommission ‚Rasterfahndung‘ des Hamburger Landeskriminalamtes LKA, Andreas Lohmeyer, sowie die von ihm eingesetzte Islamwissenschaftlerin, Dr. Irmgard Schrand. Der ehemalige bayerische Innenminister und spätere Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein berichtet von seinen guten persönlichen Kontakten zu CIA-Agenten in Deutschland – diese informativen Verbindungen waren den Hamburgern offenbar so nicht möglich. Der Investigativ-Journalist und Buchautor Dr. Oliver Schröm beleuchtet die Hintergründe der geheimdienstlichen Aktivitäten. Zusätzlich kommen Mohammed Attas Professor an der TU Harburg und Attas ehemaliger Arbeitgeber zu Wort.

Die beiden Redakteurinnen, Nathalie Boegel und Kathrin Seelmann-Eggebert, sind seit mehr als 20 Jahren bei SPIEGEL TV in Hamburg als Film-Autorinnen beschäftigt. In ihrem Film greifen sie auch auf das umfangreiche historische Filmmaterial aus dem SPIEGEL TV-Archiv zurück.