Zu Lebzeiten war Alexander von Humboldt neben Napoleon der berühmteste Mensch Europas. Hunderte von Pflanzenarten tragen seinen Namen, auf der ganzen Welt wurden zahllose Straßen, Plätze und Institutionen nach ihm benannt. Wie kein anderer Wissenschaftler hat Alexander von Humboldt unser Verständnis von der Natur als einem großen Ganzen geprägt. Seine Entdeckungsreisen und Erkenntnisse sind das Fundament, auf dem unser heutiges Wissen um die Verwundbarkeit des Planeten gründet. Doch was trieb Humboldt dazu an, sein Leben aufs Spiel zu setzen um die Natur neu zu ‚entdecken’?
Anlässlich des 250. Geburtstages des Universalgelehrten im Jahre 2019 nimmt die Dokumentation „Humboldt und die Neuentdeckung der Natur“ die Zuschauer mit auf eine atemberaubende Reise in die Zeit des wohl bedeutendsten deutschen Entdeckers. Der Film folgt dabei der in London lebenden deutschen Historikerin und Humboldt-Biographin Andrea Wulf: Von Schloss Tegel über die Silberbergwerke Sachsens, den Orinoco, die Vulkane Perus bis nach Washington D.C. folgt Andrea Wulf den Spuren Alexander von Humboldts. Spielszenen mit dem renommierten deutschen Schauspieler Timmi Trinks in der Rolle Humboldts sowie einzigartige Landschaftsaufnahmen erwecken Humboldts legendäre Reise in den Dschungel und die Berge Südamerikas zum Leben.
Trotz seiner Berühmtheit war Alexander von Humboldt zu Lebzeiten nicht unumstritten. Sein enormes Tempo beim Reden ließ manchen Gesprächspartner verzweifeln. Glaubt man der Überlieferung, kam selbst Charles Darwin im Gespräch mit Humboldt kaum zu Wort. Außerdem brach Alexander von Humboldt mit zahlreichen Konventionen der damaligen Wissenschaftswelt, indem er behauptete, in der Natur hänge alles miteinander zusammen. Dieses Konzept war damals revolutionär. Erst später setzte es sich durch – und prägt bis heute unser Naturverständnis.
Ausgezeichnet mit dem Discovery Award des Science Film Festivals.